19.-20. Jahrhundert

Nach dem 1. Weltkrieg erfasste die Novemberrevolution auch Gera, bei der die neu gegründeten Arbeiter- und Soldatenräte schließlich den Rücktritt des Fürsten Heinrich XXVII. erzwangen. 1920 wurde Gera Stadt des neu gegründeten Landes Thüringen.

Das Schloss Osterstein vor der Zerstörung

Es folgte eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte von Deutschland sowie von Gera. Während der Reichskristallnacht am 10. November 1938 wird die Synagoge sowie die jüdische Schule und die jüdischen Geschäfte zerstört und die jüdische Bevölkerung Geras deportiert. Ende des 2. Weltkrieges, am 6. April 1945, erfolgte der schwerste Bombenangriff auf Gera, bei dem unter anderem die Innenstadt und der Stadtteil Untermhaus das Ziel der Alliierten waren. Das Stadtschloß Osterstein mit seinen wertvollen Kulturschätzen wurde dabei vernichtet. 7 Tage später erfolgte der Todesmarsch der Buchenwald-Häftlinge, bei dem im Stadtgebiet von Gera 8 Menschen erschossen wurden. Einen Tag später, am 14. April 1945, wird Gera von der amerikanischen Armee befreit und am 1.7. 1945 aufgrund von Vereinbarungen an die Sowjets übergeben.

In der Zeit der DDR entwickelte sich Gera zu einer Großstadt, da in der Umgebung von Gera zunehmend Uranerz abgebaut wurde. Im Zuge des Wohnungsmangels entstanden dabei Neubauten in den Stadtteilen Bieblach-Ost und Lusan. Im Herbst 1989 kommt es mit den Donnerstagsdemonstrationen auch in Gera zu Protesten gegen die DDR Regierung. Am 6. Mai 1990 kam es nach 40 Jahren wieder zu freien, demokratischen Kommunalwahlen.