17.-19. Jahrhundert

Den Siebenjährigen Krieg (1756-1763), in welchem sich die Großmächte Europas gegenseitig bekämpften, erlebten auch die Bürger Geras. Neben häufigen Truppendurchmärschen, die von Brandschatzungen und Zwangsrekrutierungen begleitet wurden, lagerten zudem auch Heere mit einer Stärke bis zu 20.000 Mann. Doch als wäre das alles noch nicht genug, ereignete sich im Jahr 1780 eine der größten Katastrophen in der Stadtgeschichte.

Der Stadtbrand von Gera im Jahr 1780

Am 18. September des Jahres 1780 brach in einem Schweinestall ein Feuer aus. Der entfachte Brand wurde verschlimmert durch die extreme Trockenheit dieses Jahres und einem aufgekommenen Sturmwind. Durch die entstandene Thermik zog der Brandherd in Richtung Innenstadt. Selbst die Steingebäude widerstanden der Hitze nicht und die komplette Innenstadt bis auf das Schreibersche Haus brannten nieder. 10 Menschen kamen bei dem Brand ums Leben und beinahe alle 7500 Einwohner waren obdachlos. Doch durch eine beispiellose Hilfsaktion vieler europäischer Stadte wurde der Bevölkerung geholfen und die Stadt bis 1790 wieder provisorisch aufgebaut.

Im Oktober des Jahres 1806 verweilt Napoleon in Vorbereitung auf die Schlacht bei Jena und Auerstedt in Gera. Nach den Napoleonischen Kriegen wird auch Gera von der Industrialisierung erfasst, welche die ohnehin schon etablierte Textilindustrie weiter begünstigte. Als Folge des Aufschwungs erhält Gera als zweite deutsche Stadt 1892 eine elektrische Straßenbahn. Ein Jahr darauf wird in Gera der Deutsche Arbeiter-Turner-Bund gegründet.